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01.03.2021

Urlaubstage mit Elfen, Super Mario und Co.

RP Sonsbeck 01.03.21 Von Beate Wyglenda

In der Sonsbecker Einrichtung Farbwechsel können sich Kinder und Jugendliche mit Behinderung von der Corona-Pandemie erholen. Superhelden nehmen die Angst vor dem Schnelltest.

Ein Urlaub in der Sonsbecker Kurzzeitwohneinrichtung Farbwechsel ist wie ein Urlaub in einer schillernden Fabelwelt. Denn hier begrüßen nicht Rezeptionisten und Hotelpagen die Reisegäste, sondern Elfen, Märchenköniginnen und Super Mario. Die Einrichtung der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN), die Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ein paar erholsame Tage ermöglichen möchte, hat sich ein besonderes Konzept in der Corona-Krise überlegt. Auch während der Pandemie ist eine Beherbergung möglich. Dafür aber ein strenges Hygienekonzept nötig. „Vielen Menschen mit Behinderung machen Pflegekräfte in Schutzkleidung und Corona-Tests Angst. Um diese zu nehmen, sind unsere Märchenhelden im Einsatz“, erklärt Dominique Ronczka.

Die Farbwechsel-Leiterin selbst nimmt die Gäste, die zwischen sechs und 25 Jahre alt sind, mit einem Diadem auf dem Haupt und Glitzerzepter in Empfang. „Das ist sofort ein Eisbrecher. Unsere Gäste sind begeistert“, erzählt Ronczka. Noch während die Leiterin die Formalitäten erledigt, kommt auch schon eine gute Fee vorbei, um die Kinder und Jugendlichen auf ihre Zimmer zu führen.

Jedes der zwölf Gästezimmer verfügt über ein Bad und einen eigenen Terassenzugang. Über den wird der Einlass ins Märchenland gewährt, ohne dass die Besucher in Kontakt treten. Für die Anreise ist ein negativer PCR-Test obligatorisch. Auf dem Zimmer wird von den Mitarbeitern in Heldenkostüm noch ein Corona-Schnelltest vorgenommen. „Manche Gäste haben bei dem PCR-Test schlechte Erfahrungen gemacht und fürchten sich deshalb vor der Untersuchung“, sagt Ronczka. „Wenn aber Super Mario und eine Elfe statt einer vermummter Pflegekraft vor ihnen stehen, schwinden Ängste und Hemmungen.“ Je nach Reaktion der Gäste beweisen die Mitarbeiter gar schauspielerisches Talent. Sie gehen in ihrer Rolle auf, laden zum Zaubern ein und schreiten durch die Räume.

Ist auch der Schnelltest negativ, dürfen die Besucher zusammenkommen. Es gibt zwei Wohngruppen mit jeweils sechs farblich unterschiedlich gestalteten Zimmern, einer Wohnküche zum gemeinsamen Backen und Kochen sowie einem Gemeinschaftsraum. „Unsere Gäste saugen die positive Energie geradezu auf, die durch die sozialen Kontakte und das Miteinader entsteht“, so Ronczka. „Für viele Menschen mit Behinderung und ihre Eltern ist die Pandemie eine sehr kräftezehrende Zeit. Wir wollen etwas Erholung bieten.“ Mit Erfolg, wie die Leiterin erzählt. Erst kürzlich sei ein Gast, der anfangs ängstlich war und sich nicht einmal mit anderen an einen Tisch setzen wollte, nach wenigen Tagen aufgeblüht, habe den Kontakt gesucht und selbst zu spielen begonnen. Die Mitarbeiter bieten Bastelangebote, Pyjama-Partys und Ketcar-Fahren an.

Auch das E-Schooling ist in der Einrichtung, die an die Wohnanlage St. Bernardin angrenzt, möglich. Alle Zimmer verfügen über einen Schreibtisch, Bürostuhl und W-Lan. „Die Kinder verpassen also auch im Urlaub nichts von ihrem Schulstoff“, sagt Ronczka.

Der Aufenthalt ist bis zu zwei Wochen möglich. In besonderen Fällen auch länger. Anreise- und Abreisetag ist jeweils mittwochs. Weitere Infos unter

www.farbwechsel.de

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