30 Jahre Peter-Janßen-Haus: Ein Zuhause, das mit den Menschen gewachsen ist

Seit 30 Jahren ist das Peter-Janßen-Haus ein Ort des Lebens, der Gemeinschaft und der gelebten Teilhabe. Dabei steht das Haus der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN) längst für mehr als nur eine Besondere Wohnform – es ist für viele Menschen mit Behinderung ein Wohlfühlort.

Kamp-Lintfort, 22. Juni 2026. So feierten bei sommerlichem Wetter Bewohner, Angehörige, Mitarbeitende und weitere Gäste das Jubiläum des Peter-Janßen-Hauses im Rahmen eines gelungenen Gartenfestes. Musik von DJ Patty, musikalische Beiträge der Gebärdengruppe als auch die gut gelaunten Gäste, sorgten gemeinsam für eine ausgelassene und fröhliche Stimmung.

Eine Fotoleine sowie ein gestalteter Foto-Tisch mit Alben aus den vergangenen Jahrzehnten ließen die Geschichte des Hauses lebendig werden und boten Raum für schöne Gespräche und gemeinsame Erinnerungen. In bewegenden Redebeiträgen wurden zudem wichtige Ereignisse und Meilensteine aus der Vergangenheit noch einmal gewürdigt.

„Ein Blick auf die vergangenen drei Jahrzehnte zeigt, wie viele Lebensgeschichten sich hier miteinander verbunden haben“, sagt Christiane Kamps, Leitung des Hauses in einer Rede. „Bewohner sind gekommen, geblieben und gegangen – jede und jeder von ihnen hat das Haus geprägt und Spuren hinterlassen.“

Umso bemerkenswerter ist es, dass einige der Bewohner, die bereits am 7. Oktober 1996 eingezogen sind, noch heute im Peter-Janßen-Haus leben. Auch eine Mitarbeiterin aus dieser Anfangszeit gehört weiterhin zum Team. Diese Kontinuität steht beispielhaft für Vertrauen, Verlässlichkeit und eine tiefe Verbundenheit mit dem Haus.

Gleichzeitig hat sich das Peter-Janßen-Haus stetig weiterentwickelt und immer wieder an die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung angepasst. Aus ursprünglich drei einzelnen Wohnhäusern ist im Laufe der Jahre ein miteinander verbundener Wohnkomplex entstanden. Ziel ist es stets, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern und ihnen mehr Selbstbestimmung und Teilhabe zu ermöglichen.

Zu den wichtigen Meilensteinen zählen unter anderem die neue Terrasse für eine Wohngruppe, die zusätzliche Begegnungsräume schafft, sowie der Ausbau des Dachgeschosses. Dort entstanden zwei Appartements, die mehr Individualität ermöglichen und im Rahmen von Wohntrainings die Selbstständigkeit der Bewohner stärken. Auch der Einbau von Aufzügen in zwei Häusern war ein bedeutender Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit und Teilhabe.

Ein besonders großer Entwicklungsschritt wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen: Nach mehrjähriger Bauzeit wurde der neue Verbindungsbau bezogen. Insgesamt 38 Umzüge waren dafür notwendig. Der Neubau steht nicht nur für eine moderne bauliche Entwicklung, sondern vor allem für eine klare Haltung: mehr Privatleben und mehr Würde für die Menschen. Durch die neuen Räumlichkeiten wurden alle Doppelzimmer zu Einzelzimmern umgebaut, um die Wohnsituation deutlich zu verbessern.

So zeigt sich: Das Peter-Janßen-Haus ist kein statischer Ort, sondern ein lebendiges Zuhause, das sich kontinuierlich weiterentwickelt – immer orientiert an den Bedarfen der Menschen, die dort leben und arbeiten.

Das Herzstück der Einrichtung sind jedoch die Menschen selbst: die Bewohner, die dem Haus Leben verleihen, die Mitarbeitenden, die mit Engagement, Fachwissen und Herz begleiten, sowie Angehörige, Ehrenamtliche und Freunde, die das Haus unterstützen und mittragen.

Mit dem 30-jährigen Bestehen ist auch der Blick nach vorn verbunden. Die Fragen, wie Menschen künftig leben und begleitet werden möchten und wie Teilhabe und Selbstbestimmung weiter gestärkt werden können, bleiben zentrale Aufgaben.

Mit den Erfahrungen aus drei Jahrzehnten und dem starken Miteinander sieht sich das Peter-Janßen-Haus dafür gut aufgestellt. Das Jubiläum wurde daher nicht nur mit Stolz auf das Erreichte gefeiert, sondern auch mit Zuversicht und Freude auf die kommenden Jahre.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die diesen besonderen Tag mitgestaltet und gemeinsam mit uns gefeiert haben.

 

Artikel aus der Rheinischen Post vom 25. Juni 2026:

Peter-Janßen-Haus ist ein Ort des Lebens und der Gemeinschaft