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24.12.2020

Echte Weihnachtsfreude

RHEINISCHE POST (D6 Aus dem Gelderland), Donnerstag, 24.12.2020, Bianca Mokwa

Für die Bewohner des St.-Josef-Hauses in Issum und des St.-Antonius-Hau- ses in Sevelen gab es in diesem Jahr eine besonde- re Überraschung. Viele halfen mit und überbrach- ten kontaktlos Geschenke.

ISSUM

Die Freude steht ihr ins Gesicht geschrieben. Renate Hooth drückt die beiden Stoffeulen ganz fest an sich und strahlt über das ganze Gesicht. Auch Dieter d´Orlando jubelt. Er hat ein Shirt seines Lieblingsfußballvereins geschenkt bekommen.Wie ihnen ergeht es allen Bewohnern des St.-Josef-Hauses in Issum. Allen wurde ein Herzenswunsch erfüllt.

„Astrein“, sagt die Issumerin Anja Schild. Sie hat den Stein ins Rollen gebracht und einen Aufruf bei Facebook gestartet. Mechtild Cuypers hatte in Absprache mit dem Leitungsteam des St.-Josef-Hauses Karten verteilt, auf denen die Bewohner ihreWeihnachtswünsche schreiben durften. Dann wurden Geschenkeerfüller gesucht. Innerhalb von zehn Minuten war alles vergeben.„Die Issumer sind echt klasse“, lobt Anja Schild die Hilfsbereitschaft.

Und weil noch so viel mehr mitmachen wollten, konnten noch Spiele für die Gemeinschaftsräume angeschafft werden, es gab Gutscheine für einen vergünstigten Haarschnitt und Sekt, Kaffee und Süßigkeiten für die Mitarbeiter. „Der Zuspruch ist überwältigend“, sagt Christian Schmieden, stellvertretender Leiter des St.-Josef-Hauses. „Zum Kaffeetrinken verteilten wir die Geschenke und uns wurde zum ersten Mal weihnachtlich zumute“, schreiben Petra Stiers vom Bewohnerbeirat und Leiterin Silke Breßer in ihrem Dankesbrief. Privatund Geschäftsleute, Clubs undVereine waren dem Aufruf gefolgt, um die Bewohner wissen zu lassen:„Wir denken an euch.“

Obwohl, so richtig schuld an der Idee, ist dieTochter von Anja Schild, Samira. „Wir haben zusammengesessen und uns gefragt, was wir uns zuWeihnachten wünschen“, erzählt Anja Schild. Jeden Tag schauen sie auf das St.-Josef-Haus in der Nachbarschaft und haben Kontakt zu den Bewohnern, man grüßt sich, kennt sich, schätzt sich. Durch Corona war vieles nicht mehr möglich. Schnell war die Idee geboren, in diesem Jahr eine echte Weihnachtsfreude in die unmittelbare Nachbarschaft zu bringen. Und es soll noch eine Überraschung 2.0 geben, verrät Anja Schild. Der Wunsch ist, im Sommer, wenn hoffentlich das Coronavirus nicht mehr das bestimmende Thema ist, ein Fest zu veranstalten, bei dem sich die Beschenkten und ihre Geschenkpaten persönlich kennen lernen. Denn natürlich wollen die Bewohner ihre Geschenkegeber auch gerne kennenlernen.

Nur wenige Kilometer weiter gab es ebenfalls Begeisterungsstürme. Die Senioren des St.-Antonius-Hauses in Sevelen erhielten unerwartet Geschenke.„Wir haben uns wirklich sehr gefreut. Das nennen wir gelebte Nächstenliebe“, heißt es auf der Facebook-Seite des Seniorenheims. Fast das ganze Dorf war auf den Beinen. Es fing damit an, dass Swantje Hartmann postete, ob man den Bewohnern des St.-Antonius-Hauses nicht mit Selbstgebasteltem eine Freude machen wolle. Ihre Mutter hatte durch die ausgefallenen Weihnachtsmärkte noch kleine, getöpferte Engel übrig. Für die 63 Bewohner war es mit den Engeln ein bisschen knapp. Aber für die Sevelener gab es kein Halten mehr und immer mehr Geschenke kamen bei der Familie an, die sie dann in einer großen Packaktion für das Altenheim zusammenstellte. Von „Christkind aktiv“ gab es außerdem für alle Bewohner Weihnachtskarten mit Musik, von der Gemeinde Issum und der St.-Sebastianus-Bruderschaft Oermten-Großholthuysen Schoko-Männer. Vielleicht wurde noch jemand bei der Aufzählung vergessen, aber eines ist sicher: Die Geschenke kamen an und machten das, was sie sollten: große Weihnachtsfreude verbreiten.

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